Frage + AntwortEiner unserer Miteigentümer verursachte innerhalb von zwei Jahren vier Wasserschäden. Die Gebäudeversicherung regulierte zwar die Schäden, erhöhte aber aufgrund der hohen Schadenquote die Jahresprämie bzw. erhebt bei weiteren Schäden eine Selbstbeteiligung. Können die entstehenden Mehrkosten an den Verursacher weitergegeben werden?

Ahlsenmagazin: Es ist zwar außerordentlich ärgerlich, wenn einzelne Wohnungseigentümer Schäden verursachen, die durch den Gebäudeversicherer gemäß den Versicherungsbedingungen (bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser) reguliert werden müssen, die Wohnungseigentümergemeinschaft jedoch Konsequenzen in Form höherer Jahresprämien bzw. durch Einführung einer Selbstbeteiligung tragen muss. Es besteht jedoch insoweit keine Rückgriffsmöglichkeit, denn jeder Wohnungseigentümer ist in den Schutzbereich der Gebäudeversicherung mit einbezogen, weil er diese auch anteilig mit finanziert.

Allerdings kann der Versicherer den Verursacher bei grober Fahrlässigkeit in Regress nehmen. Dies geschieht jedoch nur selten, weil den Versicherern die oftmals sehr schwierige Beweisführung zu aufwändig ist. Für den Versicherer ist es bequemer, den Schaden zu regulieren und sich anschließend über die erhöhte Gebäudeversicherungsprämie die Differenz „zurückzuholen“. Eine Weitergabe der höheren Kosten für den Gebäudeversicherer ist nicht möglich. Die Wohnungseigentümergemeinschaft könnte bei solchen Fallkonstellationen jedoch gleichwohl über die Einführung einer Selbstbeteiligung nachdenken, wenn sie mit deren Einführung mit beschließt, dass die Selbstbeteiligung durch den jeweils betroffenen bzw. verursachenden Wohnungseigentümer zu tragen ist. Durch diese Art und Weise könnte ein Erziehungseffekt beim fahrlässigen Miteigentümer hervorgerufen werden.