AhlsentickerBanken dürfen sich nicht querstellen, wenn ein Kunde seine Festzinshypothek vorzeitig kündigen will, weil er das belastete Grundstück verkaufen will oder es für eine weitere Kreditaufnahme benötigt. Die Bank dürfe dabei nur den Ausgleich der Nachteile beanspruchen, die ihr durch die vorzeitige Ablösung entstehen, entschied der BGH (XI ZR 267/96). 

Die Bank dürfe „nicht jeden Preis bis zur Grenze der Sittenwidrigkeit“ verlangen. Die Grundsatzentscheidung betrifft die umstrittene sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung. Sie wird von Banken verlangt, wenn ein Kreditnehmer eine Hypothek, die auf einen bestimmten Zeitraum, meist fünf oder zehn Jahre, zu einem festen Zinssatz abgeschlossen ist, vorzeitig zurückzahlen will. Umstritten war bisher, ob der Kreditnehmer die vorzeitige Rückzahlung überhaupt verlangen kann und wie viel die Bank gegebenenfalls dafür verlangen darf - nur einen Ausgleich eines möglichen Zinsverlusts, oder einen frei zu vereinbarenden Preis für ihre Bereitschaft zu vorzeitiger Rückzahlung.